Was ist Skat?
Skat ist ein Stichkartenspiel, bei dem in jedem Einzelspiel eine Person allein gegen zwei Gegenspieler antritt. Gespielt wird mit 32 Karten. Zehn Karten gehen an jeden der drei aktiven Spieler, zwei Karten liegen verdeckt als Skat auf dem Tisch.
Das Spiel besteht aus zwei deutlich getrennten Phasen. Zuerst wird gereizt. Dabei wird bestimmt, wer Alleinspieler wird und welchen Mindestwert das spätere Spiel erreichen muss. Danach nimmt der Alleinspieler entweder den Skat auf oder spielt aus der Hand, sagt sein Spiel an und versucht, es gegen die gemeinsame Gegenpartei zu gewinnen.
Bei Farbspielen und Grand zählen die Augen der gewonnenen Karten. Insgesamt befinden sich 120 Augen im Spiel. Der Alleinspieler gewinnt grundsätzlich ab 61 Augen. Erreicht er genau 60 Augen, hat die Gegenpartei gewonnen. Beim Nullspiel gelten andere Regeln: Dort darf der Alleinspieler keinen einzigen Stich erhalten.
Das Skatblatt und die Kartenwerte
Ein Skatblatt besteht aus vier Farben mit jeweils acht Karten. Beim französischen Blatt heißen sie Kreuz, Pik, Herz und Karo. Beim deutschen oder Altenburger Blatt entsprechen ihnen Eichel, Grün, Rot und Schellen. Die Regeln und Kartenwerte bleiben gleich.
| Karte | Augen |
|---|---|
| Ass / Daus | 11 |
| Zehn | 10 |
| König | 4 |
| Dame / Ober | 3 |
| Bube / Unter | 2 |
| Neun | 0 |
| Acht | 0 |
| Sieben | 0 |
Die Augen sagen aus, wie viel eine Karte bei der Abrechnung wert ist. Sie bestimmen jedoch nicht in jeder Spielart automatisch ihre Rangfolge. Bei Farbspiel und Grand lautet die Reihenfolge innerhalb einer Nicht-Trumpf-Farbe: Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben. Die Buben sind dort Trumpf und gehören nicht mehr zu ihrer aufgedruckten Farbe. Beim Nullspiel lautet die Reihenfolge dagegen: Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Sieben.
Positionen am Tisch
Die drei aktiven Positionen heißen Vorhand, Mittelhand und Hinterhand. Vorhand sitzt links vom Geber und erhält beim Austeilen die ersten Karten. Mittelhand sitzt links von Vorhand, Hinterhand rechts von Vorhand. Die Positionen sind wichtig, weil sie den Reizablauf und das erste Ausspiel festlegen.
Vorhand spielt nach der Spielansage zum ersten Stich aus. Danach spielt immer die Person aus, die den vorherigen Stich gewonnen hat.
Skat kann auch zu viert gespielt werden. In jedem Einzelspiel setzt dann der jeweilige Geber aus, sodass weiterhin nur drei Personen aktiv spielen. Nach jedem Spiel wechselt das Geben im Uhrzeigersinn.
Karten geben
Vor dem Geben werden die Karten gründlich gemischt und vom rechten Nachbarn des Gebers abgehoben. Ausgeteilt wird beim linken Nachbarn beginnend in der festen Reihenfolge 3 - Skat 2 - 4 - 3. Jeder aktive Spieler erhält dadurch zehn Karten, die beiden übrigen Karten bilden den verdeckten Skat.
Nach dem ordnungsgemäßen Geben muss grundsätzlich ein gültiges Spiel zustande kommen. Zeigt niemand Spielinteresse, wird eingepasst und der nächste Geber beginnt das folgende Spiel. Private Runden spielen nach einem Einpassen häufig Ramsch. Ramsch ist jedoch eine verbreitete Zusatzregel und kein reguläres Einzelspiel der Internationalen Skatordnung.
Reizen: Wer wird Alleinspieler?
Nach dem Geben beginnt das Reizen. Es ist keine freie Versteigerung, sondern folgt festen Rollen. Zunächst bietet Mittelhand mögliche Spielwerte an, während Vorhand diese hält oder passt. Sobald eine der beiden Personen passt, reizt Hinterhand gegen die verbliebene Person weiter. Alleinspieler wird, wer am Ende den höchsten Wert geboten oder gehalten hat.
Das niedrigste Reizgebot beträgt 18. Die genannten Zahlen sind mögliche Spielwerte, zum Beispiel 18, 20, 22, 23, 24, 27 oder 30. Ein Gebot bedeutet: Ich kann ein Spiel ansagen, dessen endgültiger Spielwert mindestens so hoch ist.
Wer passt, scheidet unwiderruflich aus dem Reizen aus. Ebenso kann ein gebotener oder gehaltener Wert nicht zurückgenommen werden. Bieten Mittelhand und Hinterhand gar nichts, darf Vorhand den Skat aufnehmen oder ein Handspiel ansagen und sich damit zu einem Spiel verpflichten. Möchte auch Vorhand nicht spielen, wird eingepasst.
Für Einsteiger ist entscheidend, nicht einfach die Anzahl guter Karten zu reizen. Der mögliche Spielwert hängt von Spielart, Grundwert, Spitzen und Gewinnstufen ab.
Skat aufnehmen, drücken oder Hand spielen
Nach dem Reizen steht der Alleinspieler fest. Er hat nun zwei Möglichkeiten.
Der Alleinspieler nimmt die beiden Karten auf, besitzt vorübergehend zwölf Karten und legt anschließend zwei beliebige Karten verdeckt zurück. Dieses Ablegen heißt Drücken. Die gedrückten Karten gehören bei der späteren Augenzählung zum Alleinspieler. Erst danach sagt er sein Spiel an.
Der Alleinspieler lässt den Skat ungesehen liegen und spielt nur mit seinen zehn Handkarten. Der Skat steht ihm dennoch zu und wird am Ende seinen Stichen zugerechnet. Das Handspiel erhöht bei Farbspiel und Grand die Gewinnstufe. Nur bei Handspielen können Schneider oder Schwarz angesagt werden.
Nach einer Skataufnahme darf kein Handspiel mehr angesagt werden. Auch Ansagen wie Schneider angesagt oder Schwarz angesagt sind dann ausgeschlossen.
Spiel ansagen
Vor dem ersten Ausspiel muss der Alleinspieler sein Spiel vollständig und eindeutig ansagen. Möglich sind ein Farbspiel in Karo, Herz, Pik oder Kreuz, ein Grand oder ein Nullspiel. Bei einem Handspiel müssen auch Hand und gegebenenfalls weitere Gewinnstufen angesagt werden, wenn sie für die Wertung zählen sollen.
Die Spielansage ist verbindlich und kann nicht mehr geändert werden. Nach der Ansage darf der gedrückte Skat weder verändert noch erneut angesehen werden.
Der Alleinspieler darf ein Spiel ansagen, dessen Wert höher als das letzte Reizgebot ist. Der tatsächlich erreichte Spielwert darf aber niemals unter dem höchsten gebotenen oder gehaltenen Reizwert liegen.
Die Spielarten im Überblick
| Spielart | Trumpf | Ziel |
|---|---|---|
| Farbspiel | Vier Buben plus sieben Karten der angesagten Farbe | Mindestens 61 Augen, sofern keine höhere Stufe erforderlich ist |
| Grand | Nur die vier Buben | Mindestens 61 Augen, sofern keine höhere Stufe erforderlich ist |
| Null | Kein Trumpf | Keinen einzigen Stich erhalten |
Bei einem Farbspiel sind die Buben die höchsten Trümpfe. Ihre Reihenfolge lautet Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, Karo-Bube. Danach folgen die Karten der Trumpffarbe in der Reihenfolge Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben.
Beim Grand sind ausschließlich die vier Buben Trumpf. Alle übrigen Karten gehören zu ihrer jeweiligen Farbe. Beim Nullspiel gibt es keine Trümpfe und eine eigene Kartenreihenfolge. Der Bube ist dort zwischen Dame und Zehn eingeordnet.
Ausspielen, Bedienen und Stechen
Nach der Spielansage spielt Vorhand die erste Karte offen aus. Die beiden anderen Spieler legen im Uhrzeigersinn jeweils eine Karte dazu. Wer eine Karte der ausgespielten Farbe besitzt, muss diese Farbe bedienen. Wird Trumpf ausgespielt, muss Trumpf bedient werden.
Kann ein Spieler die geforderte Farbe oder Trumpf nicht bedienen, darf er eine beliebige andere Karte spielen. Er kann mit Trumpf stechen oder eine andere Farbe abwerfen. Eine Pflicht zum Stechen besteht nicht.
Den Stich gewinnt die höchste gespielte Trumpfkarte. Liegt kein Trumpf im Stich, gewinnt die höchste Karte der zuerst ausgespielten Farbe. Karten anderer Farben können einen Stich ohne Trumpf nicht gewinnen. Der Gewinner nimmt die drei Karten verdeckt an sich und spielt zum nächsten Stich aus.
Wann ist ein Spiel gewonnen?
Bei Farbspiel und Grand gewinnt der Alleinspieler grundsätzlich, sobald er einschließlich des Skats mindestens 61 Augen erreicht. Die Gegenpartei gewinnt bei 60 oder mehr eigenen Augen. Hat der Alleinspieler eine höhere Gewinnstufe angesagt oder muss sie wegen eines überreizten Spiels erreichen, genügt das 61. Auge allein nicht.
Schneider ist die Partei, die höchstens 30 Augen erreicht. Hat die Gegenpartei 30 oder weniger Augen, gewinnt der Alleinspieler Schneider. Hat der Alleinspieler selbst höchstens 30 Augen, verliert er Schneider.
Schwarz ist die Partei, die keinen einzigen Stich erhalten hat. Entscheidend ist die Zahl der Stiche, nicht die Zahl der Augen. Eine Partei kann deshalb theoretisch alle 120 Augen besitzen, ohne dass die andere Partei schwarz ist, wenn diese einen Stich nur mit Karten ohne Augen erhalten hat.
Beim Nullspiel gewinnt der Alleinspieler nur, wenn er keinen Stich erhält. Bereits der erste eigene Stich beendet das Nullspiel als verloren.
Spielwert berechnen
Farbspiele und Grand werden nach derselben Grundformel berechnet: Grundwert mal Summe aus Spitzen und Gewinnstufen.
| Spielart | Grundwert |
|---|---|
| Karo | 9 |
| Herz | 10 |
| Pik | 11 |
| Kreuz | 12 |
| Grand | 24 |
Spitzen sind die ununterbrochen vorhandenen oder fehlenden höchsten Trümpfe, beginnend beim Kreuz-Buben. Besitzt der Alleinspieler einschließlich Skat den Kreuz-Buben, spielt er mit Spitzen. Fehlt der Kreuz-Bube, spielt er ohne Spitzen.
Zur Spitzenzahl kommt mindestens die Gewinnstufe Spiel. Bei einem Handspiel kommt zusätzlich Hand hinzu. Schneider, Schneider angesagt, Schwarz, Schwarz angesagt und Offen können den Faktor weiter erhöhen, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
Nullspiele besitzen feste Werte: Null 23, Null Hand 35, Null ouvert 46 und Null ouvert Hand 59.
Ein gewonnenes Spiel wird mit seinem einfachen Spielwert positiv notiert. Ein verlorenes Spiel des Alleinspielers wird mit der doppelten Punktzahl negativ gewertet.
Überreizen
Ein Spiel ist überreizt, wenn sein tatsächlicher Spielwert unter dem höchsten gebotenen oder gehaltenen Reizwert liegt. Das kann auch dann passieren, wenn der Alleinspieler genügend Augen macht.
Typisch ist das Risiko bei Spielen ohne Spitzen. Eine im Skat gefundene hohe Trumpfkarte kann die Zahl der fehlenden Spitzen verkleinern und damit den möglichen Spielwert reduzieren.
Bei einem überreizten Farb- oder Grandspiel wird für die Verlustwertung der Grundwert so oft angesetzt, bis der errechnete Wert den Reizwert mindestens erreicht. Anschließend wird der Verlustwert verdoppelt.
Ein vollständiges Kurzbeispiel
Anna gibt. Ben sitzt links von ihr in Vorhand, Clara in Mittelhand und Daniel in Hinterhand. Clara reizt Ben bis 22. Ben passt. Daniel bietet 24, Clara hält. Bei 27 passt Daniel. Clara wird Alleinspielerin.
Clara nimmt den Skat auf, drückt zwei Karten und sagt Karo an. Sie spielt mit zwei Spitzen. Karo hat den Grundwert 9. Mit zwei und Spiel drei ergibt zunächst 27. Das passt genau zu ihrem höchsten Reizwert.
Ben spielt als Vorhand zum ersten Stich aus. Nach zehn Stichen hat Clara einschließlich ihrer gedrückten Karten 67 Augen. Die Gegenpartei besitzt 53 Augen. Clara gewinnt ihr Karo einfach und erhält 27 Spielpunkte.
Häufige Anfängerfehler
- 60 Augen für einen Sieg halten: Der Alleinspieler benötigt mindestens 61 Augen.
- Buben als normale Farbkarten behandeln: Bei Farbspiel und Grand sind die Buben Trumpf.
- Stechpflicht annehmen: Wer nicht bedienen kann, darf stechen, muss aber nicht.
- Schwarz mit 120 Augen gleichsetzen: Schwarz bedeutet, dass die unterlegene Partei keinen Stich erhalten hat.
- Nach Skataufnahme Hand ansagen: Ein Handspiel ist nur ohne Einsicht in den Skat möglich.
- Über den sicheren Spielwert hinaus reizen: Maßgeblich ist der endgültige Spielwert nach Skataufnahme und Spielausgang.
- Ramsch als offizielle Standardregel darstellen: Ramsch ist eine private Zusatzvariante nach einem Einpassen.
Die wichtigsten Skatregeln in Kürze
- Drei aktive Spieler erhalten jeweils zehn Karten, zwei Karten bilden den Skat.
- Durch das Reizen wird der Alleinspieler bestimmt.
- Der Alleinspieler nimmt den Skat auf und drückt zwei Karten oder spielt aus der Hand.
- Er sagt Farbspiel, Grand oder Null an.
- Vorhand spielt zum ersten Stich aus.
- Ausgespielte Farbe beziehungsweise Trumpf muss bedient werden, sofern vorhanden.
- Bei Farbspiel und Grand gewinnt der Alleinspieler grundsätzlich ab 61 Augen.
- Beim Nullspiel darf der Alleinspieler keinen Stich machen.
- Schneider bedeutet höchstens 30 Augen, Schwarz bedeutet keinen Stich.
- Der endgültige Spielwert muss mindestens dem höchsten Reizwert entsprechen.
Damit kennst du den vollständigen Grundablauf einer Skatpartie. Für die ersten eigenen Spiele musst du nicht jede Sonderregel auswendig beherrschen. Entscheidend sind zunächst die Kartenwerte, die drei Spielarten, der Reizablauf und die Bedienpflicht. Die Detailseiten von skat.eu vertiefen anschließend jeden Schritt mit weiteren Beispielen und Übungen.
Quellen
- Internationale Skatordnung und Skatwettspielordnung - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.Veröffentlichte Fassung November 2022; Grundlage der dargestellten Spielregeln.
- Deutscher Skatverband e.V. - Dachverband des organisierten Skatsports
Zuletzt redaktionell geprüft: 15. Juli 2026