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Skat lernen

Reizwerte im Skat berechnen

Reizwerte sind berechnete Spielwerte. Bei Farbspiel und Grand gilt Grundwert mal Faktor, Nullspiele besitzen feste Werte. Mit wenigen Regeln kannst du deshalb vor dem Reizen bestimmen, wie hoch dein Blatt rechnerisch reicht.

Was sind Reizwerte?

Jede beim Reizen genannte Zahl muss einem möglichen Spielwert entsprechen. Farbspiele und Grand werden multipliziert. Nullspiele haben feste Werte. Deshalb sind 18, 20, 22, 23 und 24 gültige Reizwerte, 19 oder 21 dagegen nicht.

Der Reizwert legt noch keine Spielart fest. Wer 24 hält, kann später jedes Spiel ansagen, das tatsächlich mindestens 24 wert ist.

Die Grundwerte

SpielartGrundwert
Karo9
Herz10
Pik11
Kreuz12
Grand24

Der Grundwert allein ist noch nicht der Spielwert. Er wird mit einem Faktor multipliziert. Dieser Faktor entsteht aus der Anzahl der Spitzen und den erreichten beziehungsweise angesagten Gewinnstufen.

Spitzen: mit oder ohne

Spitzen sind ununterbrochen vorhandene oder fehlende Trümpfe, beginnend beim Kreuz-Buben. Besitzt der Alleinspieler einschließlich Skat den Kreuz-Buben, wird von oben nach unten gezählt, wie viele höchste Trümpfe ohne Unterbrechung vorhanden sind. Das Spiel heißt dann „mit“ Spitzen.

Fehlt der Kreuz-Bube, wird gezählt, wie viele höchste Trümpfe in Folge fehlen. Das Spiel heißt „ohne“ Spitzen. Die Zählung endet an der ersten Unterbrechung.

Beispiele
  • Kreuz-Bube und Pik-Bube vorhanden, Herz-Bube fehlt: mit zwei.
  • Kreuz-Bube fehlt, Pik-Bube fehlt, Herz-Bube vorhanden: ohne zwei.
  • Nur Kreuz-Bube vorhanden, Pik-Bube fehlt: mit einem.

Bei Grand können höchstens vier Spitzen gezählt werden. Beim Farbspiel gehören nach den vier Buben auch die sieben Karten der Trumpffarbe zur Spitzenfolge. Theoretisch sind daher bis zu elf Spitzen möglich.

Gewinnstufen bei Spiel mit Skataufnahme

StufeBedingung
Spitzentatsächliche Zahl mit oder ohne
Spiel+1 immer
Schneider+1, wenn die unterlegene Partei höchstens 30 Augen hat
Schwarz+1, wenn die unterlegene Partei keinen Stich hat

Bei einem Spiel mit Skataufnahme können die Stufen Spiel, Schneider und Schwarz zählen. Schneider und Schwarz müssen hier nicht angesagt werden und können nach dem Spiel durch das Ergebnis hinzukommen.

Gewinnstufen beim Handspiel

Beim Handspiel bleibt der Skat ungesehen liegen. Zusätzlich zur Stufe Spiel zählt Hand. Schneider und Schwarz können erreicht werden. Außerdem kann der Alleinspieler Schneider oder Schwarz vor dem ersten Ausspiel ansagen.

Reihenfolge der Stufen
  1. Spitzen
  2. Spiel
  3. Hand
  4. Schneider
  5. Schneider angesagt
  6. Schwarz
  7. Schwarz angesagt
  8. Offen

Nicht jede Stufe kann beliebig übersprungen werden. Schwarz angesagt setzt Schneider angesagt voraus. Ein offenes Farb- oder Grandspiel ist ein Handspiel und gilt von vornherein als Schwarz angesagt. Zum Gewinn müssen alle zehn Stiche gemacht werden.

Rechenbeispiele

Nullspiele und feste Werte

SpielartWertBeschreibung
Null23Skataufnahme, verdeckt
Null Hand35Skat bleibt ungesehen
Null ouvert46Skataufnahme, Karten offen
Null ouvert Hand59Skat ungesehen, Karten offen

Nullspiele werden nicht mit Spitzen oder Gewinnstufen multipliziert. Ihr Wert steht bereits vor dem Spiel fest. Der Alleinspieler gewinnt nur, wenn er keinen Stich erhält.

Häufige Reizwerte als Tabelle

FaktorKaro (9)Herz (10)Pik (11)Kreuz (12)Grand (24)
21820222448
32730333672
43640444896
545505560120
654606672144

Die gebräuchliche Reizfolge beginnt: 18, 20, 22, 23, 24, 27, 30, 33, 35, 36, 40, 44, 45, 46, 48, 50, 54, 55, 59, 60 ... Die Spielordnung bindet Mittel- und Hinterhand an gültige Reizwerte, nicht an eine lückenlose numerische Reihenfolge. Werte dürfen daher übersprungen werden.

Überreizen

Der tatsächliche Spielwert muss mindestens so hoch sein wie der höchste gebotene oder gehaltene Reizwert. Ist er niedriger, ist das Spiel überreizt und verloren.

Bei überreizten Spielen ist für die Verlustwertung nicht automatisch der ursprünglich erwartete Faktor maßgeblich. Entscheidend ist das kleinste Vielfache des Grundwerts des angesagten Spiels, das den Reizwert mindestens erreicht, anschließend doppelt.

Rechnerisch möglich ist nicht automatisch spielbar

Die Formel beantwortet, welchen Wert ein Spiel haben kann. Sie beantwortet nicht, wie wahrscheinlich es gewonnen wird. Ein hoher Faktor kann auf vielen Spitzen beruhen, obwohl wichtige Fehlfarben oder Augen fehlen. Umgekehrt kann ein niedriger gerechnetes Spiel sehr sicher sein.

Trenne deshalb zwei Fragen: Wie hoch darf ich nach den Regeln reizen? Und bis wohin ist das Blatt spielerisch stark genug?

Quellen

  • ISkO: Spielwert und Reizwert - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.
    Grundwerte der Farbspiele, Grand und Nullspiele sowie Berechnung der Spielstufe (Fassung November 2022).
  • ISkO: Nullspiele - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.
    Festwerte Null 23, Null Hand 35, Null Ouvert 46, Null Ouvert Hand 59 (Fassung November 2022).
  • ISkO: Reizen und Ansagen - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.
    Reizfolge, Rollen von Vorhand, Mittelhand und Hinterhand sowie Ansagen (Fassung November 2022).

Zuletzt redaktionell geprüft: 15. Juli 2026