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Skat lernen

Spielablauf beim Skat Schritt für Schritt

Ein Skatspiel folgt immer derselben Reihenfolge. Wer die sechs Phasen kennt, kann bereits nach wenigen Runden sicher mitspielen: geben, reizen, Skat behandeln, Spiel ansagen, zehn Stiche spielen und abrechnen.

Vor dem Spiel: Plätze und Geber bestimmen

Skat wird zwischen drei aktiven Personen gespielt. An einem Vierertisch setzt der Geber jeweils aus und schaut zu. Nach jedem einzelnen Spiel wechselt das Geben im Uhrzeigersinn zur nächsten Person, sodass jeder gleich oft in jeder Rolle sitzt.

Die drei aktiven Rollen sind fest zugeordnet. Vorhand sitzt links vom Geber, Mittelhand links von Vorhand und Hinterhand rechts von Vorhand beziehungsweise direkt links vom Geber. Diese Sitzordnung bestimmt, wer reizt, wer ausspielt und wer im weiteren Verlauf welche Karte zugibt.

Karten mischen, abheben und geben

Der Geber mischt die 32 Karten gründlich. Der rechte Nachbar hebt einmal ab. Anschließend wird beim linken Nachbarn beginnend im Uhrzeigersinn gegeben, und zwar immer in derselben Reihenfolge: drei Karten an jeden Spieler, zwei Karten verdeckt in die Tischmitte in den Skat, dann vier Karten an jeden Spieler und zum Schluss drei Karten an jeden Spieler.

Am Ende hält jeder aktive Spieler zehn Karten in der Hand. Die zwei zusätzlichen Karten liegen verdeckt als Skat auf dem Tisch. Wer diese beiden Karten am Ende einsehen darf und wem ihre Augen zufallen, entscheidet sich erst nach dem Reizen.

Reizen

Nach dem Geben wird gereizt. Die Mittelhand beginnt und reizt der Vorhand einen Reizwert entgegen. Vorhand antwortet entweder mit "Ja" (Halten) oder mit "Passe". Sobald Mittelhand nicht mehr erhöht oder aus dem Reizen aussteigt, tritt die Hinterhand gegen die verbliebene Person an.

Wer am Ende den höchsten Reizwert gehalten oder gesagt hat, wird Alleinspieler. Wichtig: Reizwerte sind mögliche Spielwerte, keine Kartenaugen. Wer passt, ist endgültig aus dem Reizen ausgeschieden.

Reizen im Detail

Skat aufnehmen oder Hand spielen

Nach dem Reizen entscheidet der Alleinspieler, wie es weitergeht. Nimmt er den Skat auf, hält er kurz zwölf Karten und muss anschließend zwei beliebige Karten wieder verdeckt in den Skat drücken. Verzichtet er, bleibt der Skat unangetastet liegen. Das nennt man Handspiel und bringt eine zusätzliche Gewinnstufe.

Skat aufnehmenHandspiel
Zwei zusätzliche Karten sichtbarSkat bleibt ungesehen
Zwei Karten müssen gedrückt werdenKeine Karten drücken
Kein HandfaktorHandfaktor plus eins
Schneider oder Schwarz nur ohne Ansage möglichSchneider und Schwarz auch mit Ansage möglich

In beiden Fällen gehören die Skatkarten bei Farbspiel und Grand am Ende zum Alleinspieler und werden bei der Augenzählung wie eigene gewonnene Karten behandelt.

Handspiel im Detail

Spiel ansagen

Vor dem ersten Ausspiel benennt der Alleinspieler eindeutig, was er spielt. Bei einem Farbspiel wählt er Karo, Herz, Pik oder Kreuz als Trumpffarbe. Alternativ sagt er Grand oder Null an.

Beim Handspiel kann er zusätzliche Ansagen machen: Hand alleine reicht bereits als Zusatzstufe. Schneider angesagt, Schwarz angesagt und Ouvert (bei Farbspiel und Grand) sind nur beim Handspiel zulässig. Jede Ansage ist verbindlich und wirkt sich unmittelbar auf den möglichen Spielwert aus.

Erster Stich und Bedienpflicht

Die Vorhand spielt unabhängig davon, wer Alleinspieler ist, die erste Karte aus. Danach geben Mittelhand und Hinterhand im Uhrzeigersinn je eine Karte zu. Die ausgespielte Karte legt fest, welche Farbe bedient werden muss.

Wird eine Nicht-Trumpf-Farbe ausgespielt, müssen die anderen diese Farbe bedienen, sofern sie eine Karte davon haben. Wird Trumpf ausgespielt oder ein Bube (bei Farbspiel und Grand), gilt Trumpf als geforderte "Farbe". Wer weder bedienen noch spielen will, darf ohne Bedienkarte stechen oder abwerfen. Eine Pflicht zum Stechen gibt es nicht.

Wer gewinnt den Stich?

Ein Stich enthält drei Karten. Liegt Trumpf im Stich, gewinnt der höchste Trumpf. Liegt kein Trumpf im Stich, gewinnt die höchste Karte der zuerst ausgespielten Farbe. Fremde Farben ohne Trumpfwert können den Stich nicht gewinnen; sie zählen zwar Augen, gehen aber verloren.

Der Gewinner eines Stichs kommt heraus und spielt die nächste Karte an. Alle Stiche werden verdeckt vor der Partei gesammelt, die sie gewonnen hat. Alleinspieler bilden eine eigene Partei, die beiden Gegenspieler eine gemeinsame.

Zehn Stiche spielen

Da jede Person zehn Karten hält, werden genau zehn Stiche gespielt. Danach ist die Hand leer. Die Skatkarten selbst werden beim Alleinspieler mitgezählt (bei Farbspiel und Grand), auch wenn er sie beim Handspiel nie gesehen hat.

Augen zählen

Nach dem letzten Stich zählen die Parteien ihre Augen. Bei Farbspiel und Grand gewinnt der Alleinspieler grundsätzlich ab 61 Augen. Bei genau 60:60 gewinnt die Gegenpartei, weil sie das Ergebnis erreicht hat. Die beiden Karten im Skat kommen bei Farbspiel und Grand zu den Augen des Alleinspielers.

Beim Nullspiel spielen Augen keine Rolle. Der Alleinspieler gewinnt nur dann, wenn er keinen einzigen Stich macht. Ein einziger eigener Stich beendet das Nullspiel sofort als verloren.

Kartenwerte und Rangfolge

Spielwert berechnen und eintragen

Bei Farbspiel und Grand ergibt sich der Spielwert aus dem Grundwert der Spielart mal einer Spielstufe. Die Spielstufe setzt sich aus der Spitzenzahl und den erreichten oder angesagten Gewinnstufen (Hand, Schneider, Schwarz, Ouvert) zusammen. Bei Nullspielen gelten feste Werte.

Gewonnene Spiele werden mit ihrem tatsächlichen Spielwert positiv notiert. Verlorene Spiele des Alleinspielers werden mit der doppelten Punktzahl negativ verbucht. Diese Regel gilt für Farbspiele, Grand und Nullspiele gleichermaßen.

Spielabrechnung im Detail · Spielwertrechner

Was passiert beim Einpassen?

Sagen alle drei Spieler beim Reizen "Passe", ohne selbst ein Spiel zu übernehmen, ist die Runde eingepasst. Die Karten werden ohne Wertung eingezogen und der nächste Geber gibt neu. Der verbreitete "Ramsch", bei dem trotzdem gespielt wird und die Partei mit den wenigsten Augen gewinnt, gehört nicht zum offiziellen Einzelspiel der Internationalen Skatordnung. Er darf nur nach vorheriger privater Absprache gespielt werden.

Komplettes Kurzbeispiel

Spielablauf als Kurzliste

  1. Geber mischen, abheben lassen, in der Reihenfolge 3 - 2 - 4 - 3 geben.
  2. Reizen: Mittelhand gegen Vorhand, danach Hinterhand gegen die verbliebene Person.
  3. Alleinspieler entscheidet: Skat aufnehmen und zwei Karten drücken oder Hand spielen.
  4. Spiel ansagen (Farbe, Grand oder Null; bei Hand gegebenenfalls Zusätze).
  5. Vorhand spielt die erste Karte aus.
  6. Zehn Stiche unter Bedienpflicht spielen.
  7. Augen zählen (bei Farbspiel und Grand) beziehungsweise Stiche prüfen (bei Null).
  8. Spielwert berechnen und in die Liste eintragen; Verlust doppelt negativ.

Quellen

  • Internationale Skatordnung und Skatwettspielordnung (ISkO) - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.
    Veröffentlichte Fassung November 2022; verbindliches Regelwerk für den turniermäßig gespielten Skat.
  • ISkO: Reizen und Ansagen - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.
    Reizfolge, Rollen von Vorhand, Mittelhand und Hinterhand sowie Ansagen (Fassung November 2022).
  • ISkO: Spielwert und Reizwert - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.
    Grundwerte der Farbspiele, Grand und Nullspiele sowie Berechnung der Spielstufe (Fassung November 2022).

Zuletzt redaktionell geprüft: 15. Juli 2026