Gewinnstufen im Überblick
Bei Farbspiel und Grand entsteht der Spielwert aus Grundwert und Spielstufe. Zur Spielstufe gehören Spitzen und mehrere Gewinnstufen: Spiel, Hand, Schneider, Schneider angesagt, Schwarz, Schwarz angesagt sowie Ouvert. Schneider und Schwarz sind dabei die beiden zentralen Zusatzstufen, die sich direkt aus dem Spielverlauf ergeben.
Wichtig ist die klare Trennung: Schneider wird über Augen bestimmt, Schwarz über Stiche. Ansagen zu diesen Stufen sind ausschließlich beim Handspiel zulässig.
Schneider erreicht
Schneider ist die Partei, die am Ende höchstens 30 Augen besitzt. Bleibt die Gegenpartei auf höchstens 30 Augen, gewinnt der Alleinspieler Schneider und die Spielstufe erhöht sich um eins. Für den Alleinspieler selbst zählt dabei die klassische Schwelle von 61 Augen weiterhin für den Sieg; die 90-Augen-Marke ist nur die rechnerische Gegenseite zu den 30 Augen der Gegenpartei.
Schneider verloren
Schneider trifft auch den Alleinspieler. Erreicht er selbst höchstens 30 Augen, gilt er als Schneider und das Spiel ist damit besonders klar verloren. In der Abrechnung wirkt die Schneiderstufe dann zu Ungunsten des Alleinspielers und der Verlust wird über den zugehörigen Spielwert doppelt negativ eingetragen.
Schneider angesagt
Schneider angesagt ist nur beim Handspiel möglich. Der Alleinspieler verpflichtet sich vor dem ersten Ausspiel, die Gegenpartei auf höchstens 30 Augen zu halten. Gelingt das, erhält er zusätzlich zur normalen Schneiderstufe die Stufe für die Ansage. Verfehlt er die Bedingung, ist das Spiel unabhängig von den eigenen Augen verloren.
Schwarz erreicht
Schwarz bedeutet: Die unterlegene Partei hat keinen einzigen Stich gewonnen. Diese Bedingung wird über Stiche entschieden, nicht über Augen. Auch ein einziger gewonnener Stich verhindert Schwarz, selbst wenn dieser Stich keine Augen enthält.
Warum 120 Augen nicht automatisch Schwarz bedeuten
Schwarz angesagt
Schwarz angesagt setzt Schneider angesagt voraus und ist ebenfalls nur beim Handspiel zulässig. Der Alleinspieler verpflichtet sich, alle zehn Stiche zu gewinnen. Ein einziger Stich der Gegenpartei bedeutet den vollständigen Verlust des Spiels.
Ouvert bei Farbspiel und Grand
Ouvert bei Farbspiel und Grand ist ein offenes Handspiel: Der Alleinspieler legt seine zehn Karten unmittelbar nach dem Ausspiel offen auf den Tisch. Ouvert gilt als Schwarz angesagt und verlangt entsprechend alle zehn Stiche. Ohne Handspiel und ohne die Bereitschaft, jeden Stich zu machen, ist Ouvert bei Farbspiel und Grand ausgeschlossen.
Null ouvert
Null ouvert ist etwas anderes. Es gehört zu den Nullspielen und kann auch mit Skataufnahme gespielt werden. Der Alleinspieler legt seine Karten offen auf den Tisch und darf keinen einzigen Stich machen. Der Festwert beträgt 46. Wird Null ouvert zusätzlich als Handspiel gespielt, gilt der Festwert 59.
Gewinnstufen und Faktor
| Stufe | Voraussetzung | Wirkung auf Spielstufe |
|---|---|---|
| Spiel | grundsätzlich enthalten | +1 |
| Hand | Skat wurde nicht aufgenommen | +1 |
| Schneider | unterlegene Partei höchstens 30 Augen | +1 |
| Schneider angesagt | nur Hand; erfüllt | +1 zusätzlich zu Schneider |
| Schwarz | unterlegene Partei ohne Stich | +1 zusätzlich zu Schneider |
| Schwarz angesagt | nur Hand; alle zehn Stiche | +1 zusätzlich zu Schwarz |
| Ouvert | Farb/Grand: Hand + Schwarz angesagt; offen gespielt | +1 zusätzlich zu Schwarz angesagt |
Die Stufen wirken additiv. Für den Spielwert wird die Summe aus Spitzen und Stufen mit dem Grundwert der Spielart multipliziert.
Rechenbeispiele
- Herz mit 2, Schneider (ohne Ansage): Grundwert 10. Spielstufe = 2 + 1 + 1 = 4. Spielwert = 10 x 4 = 40.
- Kreuz mit 1, Hand, Schneider angesagt und erfüllt: Grundwert 12. Spielstufe = 1 (Spitze) + 1 (Spiel) + 1 (Hand) + 1 (Schneider) + 1 (Schneider angesagt) = 5. Spielwert = 12 x 5 = 60.
- Grand ouvert mit 4: Grundwert 24. Spielstufe = 4 (Spitzen) + 1 (Spiel) + 1 (Hand) + 1 (Schneider) + 1 (Schneider angesagt) + 1 (Schwarz) + 1 (Schwarz angesagt) + 1 (Ouvert) = 11. Spielwert = 24 x 11 = 264. Das ist zugleich der höchste mögliche Spielwert überhaupt.
Typische Missverständnisse
- Schwarz mit "120 Augen" gleichzusetzen. Schwarz entscheidet sich über Stiche, nicht über Augen.
- Schneider oder Schwarz ohne Handspiel ansagen. Ansagen sind ausschließlich beim Handspiel zulässig.
- Ouvert bei Farbspiel oder Grand ohne Handspiel spielen wollen. Ouvert setzt Hand und Schwarz angesagt voraus.
- Null ouvert mit Ouvert bei Farbspiel oder Grand verwechseln. Beim Null gibt es keine Ansagestufen; die Werte sind Festwerte.
- Übersehen, dass angesagte Bedingungen bei Nichterfüllung das gesamte Spiel kosten.
Kurzfassung
Quellen
- Internationale Skatordnung und Skatwettspielordnung (ISkO) - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.Veröffentlichte Fassung November 2022; verbindliches Regelwerk für den turniermäßig gespielten Skat.
- ISkO: Spielwert und Reizwert - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.Grundwerte der Farbspiele, Grand und Nullspiele sowie Berechnung der Spielstufe (Fassung November 2022).
- ISkO: Nullspiele - Deutscher Skatverband e.V. und International Skat Players Association e.V.Festwerte Null 23, Null Hand 35, Null Ouvert 46, Null Ouvert Hand 59 (Fassung November 2022).
Zuletzt redaktionell geprüft: 15. Juli 2026